Bericht der RHZ: Sandra Porz erhält 61 von 64 Stimmen

Veröffentlicht am 27.05.2015 in Allgemein
 

Für A-Kandidatin Sandra Porz gab es Glückwünsche und Blumen vom Kreisvorsitzenden Michael Maurer.

Udenhausener Ortsvorsteherin schafft es, die Genossen hinter sich zu bringen und tritt bei der Landtagswahl an

Emmelshausen. Sandra Porz ist die Kandidatin der SPD Rhein-Hunsrück für die Landtagswahl 2016 im Wahlkreis 16, Rhein-Hunsrück. Mit 61 Ja- bei drei Neinstimmen gaben ihr die 64 Vertreter ein überzeugendes Wahlergebnis mit auf den Weg. SPD-Kreisvorsitzender Michael Maurer, der seine Kandidatur zurückgezogen hatte (wir berichteten) erhielt bei seiner Wahl zum B-Kandidaten 56 Ja-Stimmen und 7 Gegenstimmen bei einer Enthaltung.

Maurer hatte den Genossen im Emmelshausener Zentrum am Park eingangs noch einmal erklärt, warum es zu seinem plötzlichen Rückzug gekommen ist: „Es stand ganz schnell fest, dass eine weibliche Kandidatin deutlich bessere Chancen haben wird, auf einen aussichtsreichen Listenplatz zu kommen.“ Maurer gestand ein: „Den Wahlkreis kann ich nicht gewinnen“. Zu stark sei die Konkurrenz der CDU aufgrund der politischen Färbung des Landkreises. Gleichwohl gab er die Parole aus: „Mit der Kandidatin Sandra Porz wollen wir den Wahlkreis gewinnen.“

Nächster Fürsprecher für Sandra Porz war Landtagspräsident und amtierender Abgeordneter Joachim Mertes. Er sei seit 33 Jahren im Landtag: „Es ist Zeit für einen Generationswechsel, und nach so vielen Männern ist es auch Zeit, einer Frau die Chance zu geben“, sagte Mertes und versprach der Udenhausener Ortsvorsteherin: „Aber wir werden wie ein Mann hinter Dir stehen.“

Mertes streifte seinen letzten Wahlkampf und sagte den Genossen: „Da habt Ihr gelitten mit mir. Ich habe Themenabende zu Energie und zum Älter werden auf dem Land gemacht.“ Seinerzeit sei das eher verhalten angekommen, doch „heute sind es d i e Themen im Rhein-Hunsrück-Kreis“, betonte Mertes und forderte seine Parteifreunde auf: „Wir müssen endlich das Maul aufmachen und aussprechen, was wir auf vielen Gebieten geleistet haben. Die Vernunft ist auf unserer Seite bei diesen Themen“, zog er eine positive Bilanz der vergangenen Jahre.

Sandra Porz sah in ihrer Vorstellungsrede im Anschluss davon ab, auf die aktuellen lokalen Themenbereiche wie Mittelrheinbrücke oder Flughafen Hahn detailliert einzugehen. Dass sie diese natürlich auf dem Schirm habe, sei keine Frage. Doch die 41-jährige Bewährungshelferin wollte sich den Genossen als kompetente Frau der Sozialdemokratie präsentieren. Und das gelang ihr. Porz zählte ihre beruflichen Stationen auf, wozu unter anderem das Projekt Arbeit und Bildung statt Sozialhilfe sowie die Schulsozialarbeit an der KGS Kirchberg zählten.

„Ich habe auch nach 16 Jahren immer noch große Freude in meinem Beruf, und daher wird sich auch mein politisches Handeln an den sozialen Aspekten orientieren“, sagte Porz. „Wundern wir uns über Ausgrenzung und Ablehnung von Flüchtlingen, wenn wir ihre Anwesenheit nur als Chance für unseren Arbeitsmarkt begreifen? Ist nicht schon längst in unserer Gesellschaft eine Situation entstanden, in welcher der Mensch dem System zu dienen hat, anstatt dass dieses System dem Menschen dient?“, fragte Porz. Es habe Zeiten gegeben, als der Mensch noch im Mittelpunkt stand. Die Schere zwischen Arm und Reich klaffe immer mehr auseinander. „Ich trete heute an, weil ich daran glaube, dass es sich lohnt, für eine gerechte Gesellschaft zu kämpfen“, schloss Porz und ergänzte: „Ich wollte Euch zu allererst erzählen, warum die SPD meine politische Heimat ist.“ Das kam bei den Genossen an, starker und anhaltender Beifall zeigten, dass Sandra Porz den Nerv der Partei getroffen hatte – und ihr Wahlergebnis untermauerte dies.

Thomas Torkler; Rhein-Hunsrück-Zeitung vom Samstag, 23. Mai 2015

 

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