Bericht aus der Rhein-Hunsrück-Zeitung vom 15.01.2011

Veröffentlicht am 15.01.2011 in Veranstaltungen
 

Im Gemeindehaus Bell startete MdL Joachim Mertes seine Veranstaltunsgreihe zur Landtagswahl 2011

Dörfer müssen neue Wege gehen

Themen der Zukunft diskutiert

Zwei Sachthemen standen im Mittelpunkt der Wahlkampfveranstaltung, die SPD-Kandidat Joachim Mertes in alle sechs Verbandsgemeinden und in die Stadt Boppard führt. Den Auftakt erlebten 80 Zuhörer im Gemeindehaus Bell. Es ging um die Fragen: „Wie können wir angstfrei älter werden?“ und „Wie können wir dezentrale, regenerative Energien aus heimischen Rohstoffen einsetzen?“

Zur Beantwortung dieser Zukunftsthemen hatte sich Mertes zwei Experten eingeladen, die anhand von Beispielen erläuterten, was sich bereits in unserer Region zu den jeweiligen Themenkomplexen tut und was noch getan werden kann. Den Anfang machte Gerd Martin von der Lebenshilfe Kastellaun und dem Mobilen sozialen Familiendienst (MSFD). Er zählte die Voraussetzungen für ein langes Leben in gewohnter Umgebung auf. Zunächst müsse der Wohnraum angepasst werden. Barrierefrei und Unfallvermeidung lauten dazu die Schlagworte. Optimale Pflegemöglichkeiten sollten gegeben sein. Martin zählte auch eine elektronische Schließanlage, keine Treppen, eine schnelle Internetverbindung, Hausnotruf und die einfache Erreichbarkeit eines Pflegestützpunktes dazu. Als Beispiel nannte Martin die virtuelle Wohngemeinschaft „Die Gässer“ in Külz auf. Im Ortsteil „Gass“ gibt es eine Verbindung der dort lebenden Senioren, die sich via Internet untereinander verständigen und einander helfen können. Auf diese Weise wird die Mitfahrt zu Arztbesuchen oder Einkäufen organisiert – oder einfach ein Schwätzchen per E-Mail gehalten.

Um solche Dinge in einer Gemeinde zu etablieren, muss es moderierte Impulsveranstaltungen geben, bei denen der Bedarf ermittelt wird. „So etwas muss aus der Gemeinde kommen, nicht von oben“, sagte Gerd Martin. Joachim Mertes nannte ein Beispiel aus seiner Gemeinde Buch, wo das gemeinsame Mittagessen älterer Menschen mittlerweile zur festen Einrichtung geworden ist, die gut angenommen werde. Solche Aktivitäten können in jedem Dorf stattfinden, ermunterte Mertes die Anwesenden. Schwieriger wird's wenn es um das Thema geht: Vor Ort leben mit Demenz. Hier seien differenzierte Möglichkeiten zu entwickeln. Ehrenamtliche Unterstützung von Angehörigen und deren stundenweise Entlastung bis zur Tagespflege, lauten hier die Stichworte.

Mertes fragte Gerd Martin: „Wie beratet Ihr Leute, bei denen Ihr feststellt, dass sie nicht mehr in der Lage sind, allein zurechtzukommen?“ Antwort: „Wir gehen in die Gemeinden und machen uns ein Bild von den Bedürfnissen, um dann individuelle Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln. Der Anteil dieser Menschen steigt, daher muss es künftig gelingen, wieder mehr Fachpersonal heranzuziehen. Diese Berufe müssen attraktiver werden, sowohl von der Arbeitszeitbelastung als auch von der Entlohnung.“

Aloys Schneider, Ortsbürgermeister von Külz, fügte an, man brauche kleinzellige Pflegeeinrichtungen in den Dörfern: „Wenn die Leute nur fünf Kilometer von ihrem Dorf weg sind, sind sie isoliert.“ Danach war Schneider mit seinem eigenen Thema an der Reihe: Er stellte das Wärmenetz in seiner Gemeinde vor, bei dem eine Anlage zwei kommunale Gebäude und zehn private Häuser verbindet und diese mit Energie versorgt. Pellets als Rohstoff kommen aus der unmittelbaren Umgebung des Dorfes. „So kann die Wertschöpfung längerfristig im Dorf behalten werden“, begrüßte Kastellauns ehemaliger Bürgermeister Fritz Frey die Initiative. „Hier liegt eine Riesen-Ressource. Das nicht genutzte Holz kann verwertet werden“, fügte Mertes an und ergänzte: „Wir sehen bei beiden Großthemen: Die Dörfer können was tun – auch wenn da viel Mut eingesetzt werden muss. Die Devise muss lauten, Neues zu wagen, denn diese beiden Zukunftsthemen werden uns noch viel beschäftigen.“

Thomas Torkler

 

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