Kreis soll mögliche Gefahren von Cattenom aufzeigen

Veröffentlicht am 06.05.2012 in Energie und Umwelt
 

SPD-Fraktion fordert öffentliche Anhörung - Maurer: Region will Abschaltung des Pannenmeilers

Der Kreistag des Rhein-Hunsrück-Kreises soll sich in einer öffentlichen Anhörung mit den Gefahren durch die Strahlenbelastung im Falle eines großen Schadensereignisses im französischen Kernkraftwerk Cattenom befassen. Dies hat jetzt der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion Rhein-Hunsrück, Michael Maurer (Emmelshausen), in einem Schreiben an Landrat Bertram Fleck beantragt.

„Das Kernkraftwerk Cattenom liegt Luftlinie nur etwa 80 Kilometer von der äußersten Grenze des Rhein-Hunsrück-Kreises entfernt; bis zur Kreisstadt Simmern sind es weniger als 120 Kilometer. Tschernobyl und Fukushima haben gezeigt, wie schnell bei einem großen Schadensereignis auch die weiter entfernte Region verstrahlt wurde. Bei einem GAU in Cattenom könnten radioaktive Strahlen mit den oft vorherrschenden Westwinden in kurzer Zeit den Rhein-Hunsrück-Kreis erreichen“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende.
In seinem Brief an den Landrat weist Michael Maurer darauf hin, dass die Landtage von Rheinland-Pfalz und des Saarlandes in den zurückliegenden Wochen in Resolutionen und Anträgen die Stilllegung des französischen Kernkraftwerkes Cattenom gefordert hätten. Zudem habe der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck die Abschaltung des französischen Pannenreaktors gefordert – unter anderem in einem Gespräch mit EU-Kommissar Günter Oettinger und in einem Schreiben an Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy.
Maurer: „Dessen Kabinettschef Simon Babre teilte Ministerpräsident Beck jetzt in einem Brief mit, dass Präsident Sarkozy ihm ,die technische Exzellenz und die volle Transparenz der Sicherheitseinrichtungen der französischen nuklearen Anlage´ versichere. Nicht nur Ministerpräsident Beck ist enttäuscht über die Antwort aus Paris, die ein Festhalten der Sarkozy-Regierung an der gefährlichen Kernenergie-Politik bedeutet.“
Allen Beteuerungen der französischen Seite zur Sicherheit des Reaktors entgegen stehe die Realität, schreibt der SPD-Fraktionschef. Seit Inbetriebnahme im Jahr 1986 seien dort mehr als 750 meldepflichtige Vorfälle registriert worden; allein in diesem Jahr habe es bereits mehr als ein halbes Dutzend solcher Störfälle gegeben – der bislang letzte vor wenigen Tagen.
Michael Maurer: „Nun stehen wir zwar in Rheinland-Pfalz und im Saarland über die Parteigrenzen hinweg in trauter Eintracht für die Stilllegung des Kernkraftwerkes ein, können aber nicht verhindern, dass der Pannenmeiler weiter betrieben wird. Angesichts der latenten Bedrohung, in der wir uns wohl auch in absehbarer Zukunft befinden, beantragt die SPD-Kreistagsfraktion eine öffentliche Anhörung im Kreistag des Rhein-Hunsrück-Kreises.“ Dabei sollen nach dem Willen der SPD-Fraktion die für den Katastrophenschutz zuständigen Organisationen – Feuerwehr, Technisches Hilfswerk, Deutsches Rotes Kreuz und Polizei – über geplante Abwehrmaßnahmen im Falle schädlicher Strahlenbelastung referieren.
Die SPD wolle diese öffentliche Anhörung im Kreistag auch dazu nutzen, „ein deutliches Signal unserer Region für die sofortige Abschaltung des Atommeilers in Cattenom zu setzen“. Maurer abschließend: „Nach Tschernobyl hat im vergangenen Jahr die Katastrophe von Fukushima erneut deutlich gemacht, dass sich die Natur nicht vom Menschen beherrschen lässt. Atomkraft ist nicht sicher – weder vor Naturgefahren, noch vor menschlichem Versagen, technischen Störungen oder terroristischen Anschlägen. Das Atomzeitalter muss jetzt zu Ende gehen – dauerhaft, unumkehrbar, in Deutschland, in Frankreich und überall.“

 

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